Fortnum & Mason – einst auch das Lieblingsgeschäft von Charles Dickens

„James, könnten Sie die Probe unseres Trinkwassers hier zu Fortnum & Mason bringen, um die perfekte Sorte Afternoon Tea und Kaffee für unsere Wasserqualität herausfinden zu lassen!“ „Yes Madam!“ In vergangenen Tagen war dies wirklich möglich. Das Feinkostgeschäft Fortum & Mason im Herzen Londons hielt für seine Kunden kleine Flaschen bereit, damit sie eine Wasserprobe in die Piccadilly Street schicken konnten. Daraufhin wurde das Leitungswasser des Kunden von Experten des Hauses analysiert und die entsprechend beste Sorte Tee oder Kaffee empfohlen. Oder sie stellten gleich eine individuelle Mischung zusammen.

Fortum & Mason, 1707 gegründet, war schon immer ein Geschäft der Extraklasse. Es hat eine lange und interessante Geschichte. Viele Erzählungen und Legenden ranken sich um dieses älteste Geschäft Londons, das die königliche Familie wie auch die Londoner Haushalte schon immer mit Essen aus fernen Ländern, speziellen Geschenken und exquisiter Mode versorgt.

A giant steel musical stave and the Queen's Beasts- ten heraldic  creatures(mythical and real) decorate the outside front of the store.William Fortnum war Diener im Haushalt von Königin Anne. Am 1. Mai 1707 wurde Anne die erste Herrscherin über Großbritannien, nachdem England und Schottland sich zu einem Königreich vereint hatten. Die Aufgabe des Dieners Fortnum am Hofe war es, jede Nacht die abgebrannten Honigwachskerzen einzusammeln und durch neue Kerzen zu ersetzen. Wie die Legende erzählt, soll Fortnum einen netten Nebenverdienst darin gesehen haben, die Kerzenstummel im Palast weiter zu verkaufen. Als er genug Geld zusammen hatte, gründete er zusammen mit seinem Vermieter Hugh Mason ein Geschäft. 1756 zog dann der erfolgreiche Laden um und eröffnete eine Ecke weiter das heutige Stammhaus.

Im viktorianischen Zeitalter wurde Fortnum & Mason durch seine kulinarischen Köstlichkeiten immer berühmter. So hat Fortnum die englische Snack-Spezialität „Scotch eggs“ 1756 in London eingeführt. Schottische Eier sind heute immer noch eine Spezialität und bestehen aus hart gekochten Eiern, die mit Wurstbrät umhüllt, mit Brotkrumen paniert und anschließend frittiert werden. Schottische Eier sind heute in nahezu allen Supermärkten Großbritannien zu finden und werden oft kalt bei Picknicks serviert.

Das Haus Fortnum & Mason erfand dazu den Picknickkorb und war Vorreiter in der Entwicklung konservierter und vorgekochter Gerichte. Im 18. Jahrhundert kamen die Kunden, um ihre Picknickkörbe mit bestem Käse und Kuchen für ihre Ausflüge in den Süden oder Westen Englands abzuholen. Wenn Lord oder Madam wünschten, konnte damals schon zusätzlich Besteck aus Bambus zum Wegwerfen oder Pfandflaschen bei Fortnum & Mason in den Korb gepackt werden.

Auch Charles Dickens war ein Fan dieses Delikatessengeschäfts. Er liebte die Derby Picknickkörbe. Dickens kam gerne persönlich in der Piccadilly Street vorbei. Fortnum & Mason besitzt aber auch noch eine Notiz des bekannten Schriftstellers, die an seinen Butler gerichtet war. Er solle „…a York ham and a small Yorkshire pie“ bei Fortnum & Mason für ihn besorgen.

Fortnum & Mason Ground Floor

1886 fuhr Mr. Heinz vor dem Haus in der Piccadilly Street 181 vor. Im Gepäck fünf Koffer mit Baked Beans in Dosen. Gebackene Bohnen sind ein traditionelles britisches und US-amerikanisches Frühstücksgericht aus weißen Bohnen, die mit Tomatensauce oder Ketchup im Ofen gebacken werden. Fortnum & Mason nahm alle Dosen ab und führte „Heinz Baked Beans“ als erstes Geschäft in Großbritannien ein.

Fortnum & Mason ist obendrein das einzige Geschäft in London, das je eine spezielle Abteilung für Expeditionen hatte. Viele Safaris zwischen 1920 und 1930 wurden hier ausgerüstet. In der Zeit zwischen den Weltkriegen erweiterte das Unternehmen sein Angebotssortiment auch um Küchenartikel, Parfüm und Mode. So war Fortnum & Mason der erste Anbieter in der Metropole London für Salvatore Ferragamo Schuhe und Taschen von Louis Vuitton.

Heute ist das Warenangebot des Hoflieferanten auf Delikatessen und Luxusartikel aus allen Herrenländern ausgelegt. Das Haus führt über 200 Teesorten, Kuchen, Champagner, Trüffel, frisches Gemüse, Fisch, Fleisch, Käse genau so wie frische Blumen. Heiße Würstchen und Senf? Natürlich! Exquisiter Honig aus Neuseeland oder lieber von den hauseigenen Bienenstöcken oben auf dem Dach? Zum Sortiment zählen nach wie vor Picknickkörbe. Kleidung, Juwelen, Parfüm oder Geschenke für Neugeborene runden das weite und exklusive Sortiment ab. Fortnum & Mason liefert zudem weltweit von Vladivostok bis Santiago. Aber es gibt auch noch ein Pferd mit Wagen und Kutscher, wie in den alten Zeiten, als alle Lieferungen mit Pferdekutsche zu den Kunden gebracht wurden.

Fortnum & Mason in London mit seinen sechs Verkaufsebenen und fünf Restaurants muss man gesehen, besucht, genossen und erlebt haben!

See you soon in Piccadilly Street …MiME

(Image Credits: Fortnum & Mason)

Der beste „Candy Shop“ der Welt liegt im Londoner Stadtteil Covent Garden!

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Weißt du wo Lutscher vom Himmel hängen? Bonbons in deinen Mund fliegen? Rosa Zuckermäuse dir „Guten Tag“ sagen? Komm mit ins Schlaraffenland! Ich zeige es dir! Schnellen Schrittes laufen wir die leicht ansteigende Drury Lane im Londoner Stadtteil Covent Garden hoch. Wir können es kaum erwarten. Rechts das Theater in dem das Musical „Charlie and the Chocolate Factory“ gespielt wird. Siehst du den Laden schon da oben links an der Kreuzung Russell Street? Da vorn, die rot-weiß gestreifte Markise?!

Miss Hope stacking shelves

DSC02742Unsere Augen leuchten und ein breites Grinsen breitet sich über unseren Gesichtern aus, als wir endlich vor der feuerroten Hausfassade stehen und wie Kinder uns die Nasen an den Schaufenstern platt drücken. Süßigkeiten in nostalgischen und liebevoll gestalteten  Gläsern, Schachteln und Dosen. Regale, die vom Boden bis zur Decke reichen, voll mit Köstlichkeiten und Schätzen aus Zucker und Schokolade. Willkommen bei „Hope and Greenwood“!

Covent Garden dresser

Die Atmosphäre in dem kleinen „Candy Shop“ verzaubert uns. „Hope and Greenwood“ ist nicht nur ein nostalgischer Süssigkeitenladen im Stil der 1950er. So muss das Schlaraffenland aussehen! Hinter der Theke stehen im Regal die Gläser voller Bonbons und Leckereien. Sie haben so schöne Namen wie Sorbet Pips, fliegende Untertassen, Sherbet Lemon Marshmallows, Lakritzschnecken und Zitronen Bonbons. Rosa und weiße Mäuse aus Zucker, Bonbons mit dem Namen Coconut Ice. Schokolade, Midnight Dark Truffles und Morning Coffee Cups.

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Die einzigartigen Rezepte für die süssen Geschichten werden von den Gründern, Fräulein Hope and Herrn Greenwood, geschaffen. Im Rezeptbuch „Life is Sweet“ kann man die besten und süßesten Kreationen der beiden nachlesen und sich selbst als Zuckerbäcker versuchen. Sogar die passenden Schürzen, Einkaufstaschen, Küchentücher, Bonbontütchen und und und… gibt es bei „Hope and Greenwood“. Die Auswahl fällt schwer, denn man würde am liebsten alles sofort kosten, mitnehmen und vernaschen!

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Selbst die anspruchsvollsten Schokoladenliebhaber finden bei „Hope and Greenwood“ alles von Vollmilch bis Edelbitter. Und Willy Wonka, der Besitzer der magischen Schokoladenfabrik im Musical „Charlie and the Chocolate Factory“, das seit Ende Juni 2013 im gegenüber liegenden Drury Lane Theatre gespielt wird, schaut bestimmt gerade jetzt mit großem Interesse und einem neidischen Auge zu uns rüber in den besten „Candy Shop“ der Welt!

Es ist kein Traum! Das Schlaraffenland gibt es wirklich: „Hope and Greenwood“

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(Image Credits: Hope and Greenwood, MiME)