Plan A hat nicht geklappt? Dann auf zu Plan B…

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Bepackt mit schweren Einkaufstüten läuft Karin durch die Fußgängerzone. Noch fünf Modeläden muss sie abklappern. Außerdem ist sie immer noch auf der Suche nach dieser schwarzen Lederjacke für Herren. Das letzte Geschäft in dem sie war hatte zwar eine passende, aber leider nur ein einziges Modell in der Größe. Für die Fernsehproduktion braucht die Kostümbildnerin aber mindestens drei gleiche Jacken in ein und derselben Größe.

Karin bleibt kurz stehen, um die schweren Tüten in die andere Hand zu nehmen. „Ich kann mir nicht vorstellen, den Job hier noch bis 50 zu machen!“ murmelt sie vor sich hin und schlängelt sich zwischen den Menschenmassen in der Kölner Fussgängerzone hindurch. „Ich bräuchte einen Plan B.“

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Die Kostümbildnerin hatte einen Plan B und hängte tatsächlich ihren gut bezahlten Job beim Fernsehen an den Nagel. Karin Breul machte sich selbständig, eröffnete ihre eigene Modeboutique und nannte sie „Plan B.“ Ende nächsten Jahres werden sie und ihr Laden bereits zehnjähriges Jubiläum feiern.

„Nach dem Abitur habe ich eine Schneiderlehre gemacht,“ erzählt uns die Inhaberin von Plan B. „sowie einen Zwischenstopp bei der gelernten Schneiderin und bekannten Modedesignerin Inge Kallenborn.“ Das Designen und Schneidern von Damenmode lag Karin schon immer im Blut. Es ist ihre Leidenschaft, die sie schließlich und endlich zu ihrem Beruf machte. „Ich muss zugeben, wenn ich vorher nicht bei Inge Kallenborn gearbeitet hätte, hätte ich mich nie getraut einen eigenen Laden zu eröffnen.“

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In ihrer kleinen Modeboutique in der Kölner Südstadt reihen sich wunderschöne Kleider, Blusen, Röcke und Hosen aneinander. Die Muster der Stoffe sind teilweise farbenfroh teilweise einfarbig. Eine perfekte Mischung. Die einmaligen Stoffe fühlen sich leicht und fließend an. „Ich bekomme sie von einem ganz kleinen Hersteller,“ erklärt Karin Breul. Auch der neue Stoff, der in ihrem Nebenraum auf der Nähmaschine und auf dem Arbeitstisch liegt, besticht durch sein besonderes Muster und seinen Glanz. Stoffballen mit vertrauten Mustern aus der aktuellen Kollektion türmen sich an der Wand. Schnittbögen hängen eng aneinandergereiht.

Die blonde Modedesignerin hat viele Kundinnen, und die meisten Frauen kommen immer wieder gerne. Sie schätzen Karins Design, die Qualität der Stoffe, die perfekte Verarbeitung und ihre Kreativität. Vom Entwurf bis zum Finish werden alle Entwürfe von Karin Breul persönlich von Hand in den eigenen Räumen gefertigt. Außerdem kann sie die Mode ihren Kundinnen fast auf den Leib schneidern. Denn wenn eine Kleidergröße nicht perfekt sitzt, werden die Änderungen sofort vorgenommen.

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„Am liebsten kreiere ich Mäntel,“ verrät die Designerin. „Ich weiß nicht genau warum, aber ich glaube, bei Mänteln kann ich besonders kreativ sein. Außerdem ist ein Mantel das erste Kleidungsstück, das man sieht, wenn man jemanden begegnet. Es ist der Mantel oder die Jacke und nicht das, das man drunter trägt.“ Also auf zu Plan B. …

Plan B., Kurfürstenstrasse 4, 50678 Köln, Öffnungszeiten: Di.-Fr. 11-19 Uhr, Sa. 10-16 Uhr

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2 Gedanken zu „Plan A hat nicht geklappt? Dann auf zu Plan B…

  1. Nach diesem interessanten Bericht muss ich doch unbedingt einmal diesen hübschen Laden in der Kurfürstenstraße aufsuchen. Normalerweise würde man hier nie nach einer kleine Modeboutique suchen.

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