„Büdchentour“ – Die Geschichte und Kultur der Kölner Kioske

Büdchentour Sülz

„Was ist eigentlich ein Büdchen?“ wird sich jetzt vielleicht der ein oder andere fragen. So nennt man in Köln die Kioske in den Stadtvierteln („Veedeln“) und an den Straßenbahnhaltestellen. Am Büdchen gibt es nicht nur alles Wichtige bis spät in die Nacht hinein zu kaufen, sondern sie sind auch eine Art Zentrum der Kommunikation in ihren Stadtteilen und prägen farbenfroh des Kölner Stadtbild. Büdchen gehören zu Köln wie der Dom und der Rhein. Zu der Geschichte und der Kultur der rund 550 Büdchen in Köln gibt es sogar Führungen. So eine Büdchentour durch die Stadtviertel Sülz und Klettenberg habe ich jetzt mitgemacht. 

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Als mich Anna von Pixum und Anke von der artboxONE dazu einluden, musste ich deshalb nicht lange überlegen und sagte sofort zu. Ich liebe die Kölner Büdchen und das Veedel!!! So trafen wir uns in einer kleinen Gruppe von Bloggern und Fotografen vor dem ältesten Kiosk in Sülz gleich neben der Kirche St. Nikolaus. Bruno Knopp führte uns von dem 1934 erbauten, grasgrün gestrichenem Büdchen durch die abendlichen Straßen in die Geschichte des Stadtviertels und seiner Kioske ein. Bruno Knopp kennt sie alle und kann deshalb auch eine Menge aus dem Nähkästchen erzählen.

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Büdchen Kiosk Köln12

Jedes Büdchen ist anders. Keines gleicht dem anderen. Jeder Betreiber gibt seinem Kiosk  seinen eigenen Charme und Charakter. Das eine Büdchen hat alles, was es an Zeitungen und Zeitschriften gibt. Das nächste besitzt dafür eine riesengroße Gefriertruhe mit Eis am Stiel. Andere Büdchen haben sich auf Getränke spezialisiert. Und nur ein paar Häuser weiter kannst du in leckeren Süssigkeiten schwelgen, die du dir mit einer Zange einzelnen aus diesen kleinen Schubladen in ein Tütchen zusammensuchen kannst. Oder wie wäre es mit Schokokuss-Brötchen und diesen Lippenstiften als Brausebonbons?! Manche Büdchen haben sogar frisches Obst. Hier kann man sich auf die Schnelle einen roten Apfel oder eine reife Banane aus dem kleinen Obstkorb auf der Theke mitnehmen und auf dem Heimweg schon mal vernaschen.

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Kiosk Büdchen

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An manchen Büdchen geht es hektisch zu, weil gleich die Straßenbahn kommt. Am nächsten stehen die wartenden Taxifahrer zusammen und es wird in verschiedenen Sprachen lamentiert und analysiert. Am Büdchen neben dem Spielplatz ist es wieder ruhiger. Ein paar Mütter tauschen gerade Neuigkeiten aus dem Veedel aus. Und am Kiosk  im schicken Wohnviertel deckt sich ein junger Mann vom Nebenhaus schnell noch mit sechs Flaschen Mineralwasser ein, die er im Supermarkt vergessen hatte. Hier trifft man sich und kennt sich. Und jedes Büdchen im Veedel, so hat man das Gefühl, lässt die angrenzenden Straßen ein kleines bisschen zu einem gemütlichen Dorf zusammenschmelzen.

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Bin ich froh, dass ich die Büdchentour mitgemacht habe! Nicht, weil uns die Tour von Büdchen zu Büdchen mit einem Kölsch, Schokokuss-Brötchen, Schnäpschen oder einem Tütchen Süssigkeiten versüsst wurde. Der außergewöhnliche Spaziergang und Brunos spannende sowie humorvolle Erzählungen waren einfach grandios!

Ihr solltet euch so eine Tour ebenfalls nicht entgehen lassen!!!    xoxo …MiME

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P.S.: Weitere Eindrücke von der Büdchentour findest du auch hier.

9 Gedanken zu „„Büdchentour“ – Die Geschichte und Kultur der Kölner Kioske

  1. So ein Zufall! Grad gestern habe ich einen Artikel gelesen in welchem es um Kiosks in Athen ging, welche fast aussterben und heute lese ich deinen Post 🙂 Das finde ich toll, dass es die Büdchen noch gibt. So eine Tour würde ich bestimmt auch machen, wenn ich in der Nähe wäre. Danke für diese Einblicke in die Büdchen 🙂
    Herzliche Grüsse Nica

  2. Die Büdchen sind eine gute Einrichtung für die Kommunikation und der Charme vergangener Tage ! Davon weiß man viel zu wenig, sehr interessant diese Tour und dein Bericht. Bei uns in Franken gibt es mehr Bratwurstbuden! Die Bratwürste sind sehr lecker, muß man probiert haben. Schöne Woche Chr.

  3. Was für eine außergewöhnliche Sightseeingtour.. lächel!! Eine ganz wunderbare Idee, Michaela!! Das werde ich auch mal hier dem Stadtmarketing vorschlagen, denn Büdchen gibt es auch bei uns ;))) Ganz liebe Grüße, Nicole
    (Ich hoffe, es waren nicht allzu viele Schnäpsken.. grins breit!!)

  4. Hi Michaela,
    Büdchentour – cool!….und Maren war auch dabei!
    Klasse! Ihr hattet sicher einen Mords-Spaß!
    Zum Abschluss gab´s ein Schokokuss-Brötchen…..lecker!
    Über Insta hast Du festgestellt, dass wir quasi „Nachbarn“ sind ???….

    Liebe Grüße und schöne Woche,
    Moni

    • …Crazy – oder?! Ich habe mir nie Gedanken gemacht, wo du wohnen könntest. Ich meine, Deutschland ist groß und wir Blogger sind alle weit und breit verstreut. Aber auf Instagram fiel mir zum ersten Mal auf, dass du auch Kölnerin bist. Total stark!!!! Blogger form Germany/Cologne. Nun ja, hab halt eine lange Leitung! ;-)))
      Ganz liebe Grüße zu dir zurück… Michaela 🙂

  5. Mensch Michaela, das war ein toller Spaziergang durch die Kölner Büdchenwelt! So etwas fehlt bei uns hier „aufm Dorf“ total. Bei uns verschwinden selbst die Tante Emma Läden nach und nach. Leider.
    Auf jeden Fall Danke für’s Mitnehmen! LG vonKarin

  6. Hach schön! Bei uns gibt’s sowas ja gar nicht. Eine echte Marktlücke!!
    Neben dem Thai-Imbiss, dem es in unserem kleinen Ort nicht gibt ;-))
    Liebe Grüße
    Jutta

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