Vorbereitungen und Einladung zu meiner Vernissage am Samstag

Kunstausstellung MiME

Hallo Ihr Lieben!

Entschuldigt bitte, dass ich heute etwas später dran bin. Gestern war ich den ganzen Tag mit meiner Ausstellung beschäftigt und habe die Bilder für kommenden Samstag aufgehängt. Hört sich immer so einfach an: Ein paar Bilder aufhängen. Doch ich empfinde Ausstellungen zu organisieren und vorzubereiten immer als äußerst arbeitsintensiv, denn allein mit dem Aufhängen der Bilder ist es nicht getan.

Die Vorbereitungen für die Ausstellung fingen natürlich schon Tage früher an. Das Bekanntmachen der Ausstellung und die Werbung übernahm dieses Mal dankbarer Weise der Pressesprecher von Hennef. Vor einigen Tagen habe ich mir dann die Location genau angeschaut. Irgendwie braucht man ja einen Plan, welche Bilder man ausstellen will und von den Räumlichkeiten her auch kann. Das Aufhängungssystem ist auch wichtig zu kennen. Benötigt man Nagel oder Haken? Was ist erlaubt?

Dann geht es dran alle Bilder vorzubereiten. Es wurden Ösen zum Aufhängen der Gemälde auf der Rückseite der Bilder in das Holz des Leinwandrahmes gedreht und die Gemälde mit Luftfolie für den Transport verpackt. Hierfür hatte ich mir extra mal eine große Rolle Luftfolie aus der Industrie von 1.50 m Höhe und 1 m Durchmesser besorgt. Bei meinen Bildern, die oft zwischen ein und zwei Meter breit sind, braucht man eine Menge Verpackungsmaterial. …

Yesterday in New York by MiME Kopie

…Gestern früh haben wir dann zu zweit die, vor allem an den Ecken sicher verpackten Gemälde, in einen Kleintransporter eingeladen. Den haben wir für die Aktion extra gemietet. In ein Personenauto passen die meisten meiner Bilder wegen ihrer Größe leider nicht rein. Anschließend ging es nach Hennef, eine Kleinstadt etwa 40 Kilometer südöstlich von Köln. Dort im Rathaus findet meine Ausstellung statt.

Tja, und dann wurde aufgehängt! Alleine drei Stunden dauerte es schon alle Gemälde zu platzieren. Wir waren wie immer zu zweit und haben noch nicht mal eine Kaffeepause eingelegt. Puh! War anstrengend, aber die Anordnung meiner Bilder im Foyer des Hennefer Rathauses sieht nun sehr gut aus.

Bis Samstag muss ich jetzt noch die kleinen Schildchen neben den Bildern mit dem Titel des Bildes, QR-Codes und ein kurzes Künstlerportrait mit ein paar Worten zu mir, gestalten. Diese Sachen kann ich dann aber Samstagmorgen aufhängen, bevor die ersten Gäste zur Vernissage um 11 Uhr erscheinen werden. Ich werde ja sowieso schon etwas früher vor Ort sein.

Wenn ihr in der Nähe wohnt und Lust habt zur Ausstellung zu kommen, dann seid ihr natürlich sehr herzlich eingeladen! Ich würde mich ganz sehr freuen!

Ganz liebe Grüße und einen schönen Tag euch!!!     xoxo …MiME

Do not feed the models by MiME

Kunst, Design und Lifestyle – das MAKK in Köln wird 125 Jahre alt!

Das Museum für Angewandte Kunst (MAKK) hat Geburtstag und wird 125 Jahre alt. Bevor das Jubiläum mit freiem Eintritt am morgigen Samstag und Sonntag (15. und 16. Juni 2013) gefeiert wird, möchte ich euch schon mal zu einem kurzen Rundgang einladen. 

Das Museum liegt im Herzen von Köln und ist nur ein paar Schritte vom Dom entfernt. Wir müssen vom Dom aus den Wallrafplatz überqueren und dann kann man den Eingang An der Rechtsschule schon fast sehen. Er liegt hinter großen, schattigen Laubbäumen versteckt. Hier sind wir, das MAKK:

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Museum für Angewandte Kunst Köln. Blick in den Innenhof mit Café Canapé. © Rheinisches Bildarchiv, Marion Mennicken

Das Museum für Angewandte Kunst in Köln mit rund 150.000 Objekten ist eines der fünf Spezialmuseen für europäisches Kunsthandwerk und Design in Deutschland. Ursprünglich als „Mustersammlung“ gegründet, um Handwerker, Entwerfer und deren Auftraggeber mit den besten Leistungen aller kunsthandwerklichen Gattungen vertraut zu machen und die historischen Entwicklungen sowie die technologischen Besonderheiten herauszustellen, wurde die Sammlung im Lauf der Zeit auf alle einschlägigen Genres ausgeweitet und umfasst heute herausragende Exponate vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Josef Albers, Tomb and Foliage – Hommage to the Square, 1965

Josef Albers Tomb and Foliage – Homage to the Square, 1965, Sammlung Winkler Copyright: The Josef and Anni Albers Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2008 Foto: Sasa Fuis Photographie Köln

Schon im Jahre 1900 wurde der Sammlung ein großes Museumsgebäude im neugotischen Stil errichtet. Doch nach Verlust des Gebäudes im zweiten Weltkrieg musste das Museum in Provisorien umziehen und die Sammlungsstücke mussten fast fünf Jahrzehnte lang zwischengelagert werden. Die Kollektion wuchs trotzdem ständig weiter. Schließlich fand 1988/89 das MAKK sein heutiges zu Hause in der Kölner Innenstadt nur einen Steinwurf vom Dom entfernt.

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Designabteilung mit Sammlung Winkler im Museum für Angewandte Kunst Köln. Kabinett 60er Jahre. copyright: Rheinisches Bildarchiv Köln (RBA) 2008, Foto: Maria Luckey

Heute dokumentiert das MAKK in rund zwanzig Spezialgebieten das gesamte Spektrum angewandter Kunst vergangener Epochen. Als Sammlungsschwerpunkte seien Glas, Keramik, Silber und Gold, Tapisserien und weitere Textilkunst, Mode und Schmuck genannt. Die Sammlung an Möbeln und Einrichtungsgegenständen vereint hochrangiges und kostbares Mobiliar seit der Gotik. Zudem runden zahllose Objekte der Tisch- und Tafelkultur und geschmackvoll gestaltetes Gebrauchs- und Arbeitsgerät sowie Luxus- und Zierobjekte die Intention des Museums ab und führen uns zurück in die Vergangenheit. 

Gemälde und Skulpturen, gefertigt aus den unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Elfenbein, Bronze und Edelmetall bis hin zu Glas und Porzellan, zählen zwar nicht zum Hauptsammlungsgebiet der angewandten Kunst, lassen jedoch jeweils die künstlerische Haltung einer Epoche anschaulich werden.

Max Bill, Translokation auf Rot, 1972

Max Bill Translokation auf Rot, 1972, Sammlung Winkler Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2008 Foto: Sasa Fuis Photographie Köln

Das Design des 20. Jahrhunderts, meine  Lieblingsabteilung, befindet sich im Erd- und ersten Obergeschoss des Museums und zeigt auf insgesamt 710 Quadratmetern mehr als 400 Exponate aus Design und Kunst. Sie ist durch zahlreiche Schlüsselwerke vertreten: Möbel, Leuchten, Haushaltsobjekte, Kameras oder Radios, gestaltet von wegweisenden Entwerfern wie Frank Lloyd Wright, Charles und Ray Eames, Dieter Rams oder Philippe Starck.

In Dialog mit ihnen treten, neben herausragenden Gemälden etwa von Piet Mondrian oder Wassilij Kandinsky, Arbeiten von Günther Uecker, Jesús Rafael Soto oder Victor Vasarély. Dies bietet die Möglichkeit, Design nicht isoliert, sondern in enger Beziehung mit Werken der Bildenden Kunst zu betrachten. So entstand unter dem Titel „Design und Kunst im Dialog“ eine neue Dauerausstellung, die die komplexen Verflechtungen der Disziplin Design mit künstlerischen Entwicklungen ebenso wie mit der Zeitgeschichte herausarbeitet.

Radio Modell 45-503, Transitone Philco

Radio Modell 45-503, Transitone, Philco Sammlung Winkler Foto: Sasa Fuis Photographie Köln

Eine solche Zusammenschau ist heute von besonderem Interesse, da Design und Kunst aufgrund gesellschaftlicher und technischer Entwicklungen enger zusammenrücken und sich die Frage nach der Bewertung einer solchen Annäherung stellt. Ist das Kunst oder ist das Design?

Die Leiterin des MAKK, Petra Hesse, hat dies in einem Interview im Zuge des 125. Jubiläums gut auf den Punkt gebracht: „Am deutlichsten zeigen sich die Unterschiede in der Art, wie die Dinge entstehen: Für Designer, die konzeptionell arbeiten, spielt der Produktionsprozess eine große Rolle. Am Ende steht zwar das fertige Objekt, aber die Designer setzen sich mit Umwelt und Gesellschaft auseinander.“

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Designabteilung mit Sammlung Winkler im Museum für Angewandte Kunst Köln. „Begehbare“ Regalinstallation in der großen Halle, Gesamtansicht mit Person. Copyright: Rheinisches Bildarchiv Köln (RBA) 2008, Foto: Maria Luckey

Diese Aussage geht mir auf dem Weg ins Museumscafé noch etwas durch den Kopf. Ich entschließe mich bei herrlichem Sonnenschein in den wunderschönen Innenhof, eingebettet zwischen Museum und der benachbarten Minorittenkirche, zu gehen. Der Hof kommt mir wie eine abgeschiedene, grüne Oase im Trubel der Fußgängerzone vor. Ich bestelle einen Cappuccino und lasse all die wunderbaren Eindrücke erst mal sinken.

Ein echtes Lifestyle-Museum! …MiME

Mehr Infos unter: www.makk.de

Spalding House Honolulu – Kunstmuseum mit Pool, Tennisplatz und paradiesischem Garten

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Die Vögel in den Palmen zwitschern ihr Lied und es duftet lieblich nach tropischen Blüten. Die Sonne brennt vom Himmel. Die großen Baumkronen lassen nur etwas Sonnenlicht durch und spenden großzügig Schatten. Hier und da sitzen auf dem parkähnlichen Anwesen in den Hügeln oberhalb Honolulus Liebespaare und Familien barfuß auf kühlen Tatami-Matten. Glücklich genießen sie ihr Picknick zwischen Kunstwerken von Charles Arnoldi, der in Los Angeles lebt und arbeitet, und der begnadeten Keramikkünstlerin Toshiko Takaezu. Willkommen und Aloha im Spalding House!

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OLYMPUS DIGITAL CAMERASpalding House wurde von der reichen Erbin und der größten Kunstmäzenin Hawaiis, Anna Rice Cooke (1853–1934), erbaut. 1988 stifteten die neuen Besitzer der paradiesischen Villa mit Swimmingpool und Tennisplatz am Makiki Hights Drive das Anwesen, um Honolulu einen Ort für zeitgenössiche Kunst zu schenken. Spalding House wurde das Contemporary Museum of Art. Heute arbeiten Spalding House und das Honolulu Museum of Art zusammen und besitzen eine international beachtliche Sammlung an über 50.000 außerordentlichen Werken aus mindestens 5000 Jahren Kunstgeschichte.  www.honolulumuseum.org

In Honolulu treffen mittelalterliche Kunstwerke auf zeitgenössische Arbeiten, hawaiianische Gemälde auf asiatische Meister, traditionelle Arbeiten aus Afrika und Ozeanien auf asiatische Textilkunst. „We show world-class art, art from around the world and from all time periods“, erzählt Lesa Griffith vom Museum. Denn was man in europäischen Museen meist vergebens sucht, sind großartige Kunstwerke aus wirklich allen Erdteilen, die direkt nebeneinander in einem Museum hängen. Hier in Honolulu ist es möglich.

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Spalding House besteht aus sechs Gallerien mit wechselnden Ausstellungen und Exponaten. Im Moment werden Arbeiten des großartigen Künstlers Jonathan Borofsky ausgestellt. Die 17 Meter hohe Skulptur des Amerikaners, „Walking Man“, schmückt beispielsweise die Leopoldstrasse in München. Vertreten sind auch der Kanadier Micah Lexier und Thomas Woodruff, der bereits verstorbene Minimalist Donald Judd und die in Ungarn geborene Künstlerin Agnes Denes. Im Pavillion befindet sich die permanente Installation „Enfant et les sortiléges“ von David Hockney.

Ab Mitte Juni werden dann bekannte Namen wie Joan Miró, Wassily Kandinsky und James Whistler Einzug halten. Aber auch Arbeiten des japanischen Holzschnittkünstlers, Onchi Koshiro, der erste Japaner der sich mit abstrakter Kunst beschäftigte, werden zu sehen sein. Werke des Italieners Harry Bertoia oder des Franzose Joan Charlot, der lange in Mexiko lebte und arbeitete, sind dabei. Meister ihres Faches, die ihren persönlichen Blick in ihrem Jahrhundert in der Kunst festhielten.

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Der traumhafte, tropische Garten bietet einen atemberaubenden Blick auf Honolulu, Diamond Head und den Pazifik. Vor ungefähr 20 Jahren gab ein Hawaiianischer Gartenarchitekt dem abfallenden, 20.000 qm großen Grundstück seine jetzige Gestalt. Skulpturen zwischen Jahrhunderte alten Bäumen wie Bengalische Feigen, südostasiatischen Kopsia, Brotfrucht und Mangobäumen sowie hunderte tropische Pflanzen und Farne verwandeln die Anlage in ein Oase der Meditation.

Auf dem kurz geschnittenen Grün stehen Skulpturen hervorragender, zeitgenössischer Künstler aus den USA wie Charles Arnoldi, der in San Diego geborenen Deborah Butterfield, dem Hawaiianer Satoru Abe, der von japanischen Eltern abstammenden Toshiko Takaezu, dem New Yorker Arnold Zimmerman und vielen Künstlern mehr.

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Doch Spalding House hat noch mehr zu bieten. Bis ins nächste Jahr hinein werden die Ausstellungen speziell an ein Schulfach geknüpft sein: Zahlen oder geometrische Formen in der Kunst, alte Designs im Vergleich zu Computergrafiken heutzutage. In der nächsten Ausstellung mit dem Titel „Now hear this!“ geht es um Musik in der Kunst. Außerdem wurde der Tennisplatz des Spalding House in ein Atelier und eine Gallerie unter freiem Himmel verwandelt. Hier, in der sogenannten Surface Gallery, dürfen sich erfolgreiche Kunststudenten ausprobieren und ihr Talent zeigen. Es gibt ein großes Programm zur Förderung heimischer Nachwuchskünstler, viele verschiedene Führungen und selbst im Café wechselnde Ausstellungen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIm beliebten Café können auch die Körbe für das gemütliche Picknick im wunderschönen Garten vorbestellt und abgeholt werden. Ein Picknickkorb mit Sandwiches oder Salat, Dessert und Getränk kostet für zwei Personen 30 US Dollar. Traditionelle, japanische Tatami-Matten aus Reisstroh als Picknickdecken stehen ebenfalls zur Verfügung. Jetzt muss man sich nur noch entscheiden, ob man lieber neben Arnold Zimmermans Steinskulptur oder lieber am Poolrand sein Mittagessen genießen möchte.

 

„A hui kana!“ oder bis bald …MiME

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(Image credits: Honolulu Museum of Art, Hawaii & MiME) 

Alles Gute zu deinem 90. Geburtstag, Kelly Ellsworth!

Heute wird der berühmte Maler und Bildhauer, Kelly Ellsworth, 90 Jahre alt. Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York City macht dem amerikanischen Künstler aus diesem Anlass ein besonderes Geburtstagsgeschenk.

Der Künstler, der rund 15 Jahre in New York City lebte und arbeitete, kehrte 1970 Manhattan den Rücken und zog auf´s Land. Kelly Ellsworth kaufte ein Haus in einer ruhigen Straße in Spencertown. Sein Atelier richtete er sich im ersten Stock über ein paar Läden auf der Hauptstraße der nahen Stadt Chatham ein. Die ehemaligen Kinoräume mit ihrer Größe und die Entfernung von der Stadt New York City mit ihrer geschäftigen Kunstwelt eröffneten ein neues, fruchtbares Kapitel in Kelly´s Schaffen.

Nach ungefähr einem Jahr in Chatham, nahm Kelly eine Serie von 14 neuen Gemälden in Angriff, die er nach der Kleinstadt benannte. Jede Arbeit aus der Chatham-Serie hat die Form eines umgedrehten L aus zwei verbundenen Leinwänden. Jede Leinwand hat eine andere Farbe: schwarz, weiß, rot, gelb, blau oder grün. Ellsworths Bilder, die zur Stilrichtung des Hard Edge gehören, zeichnen sich durch geometrische Flächen aus, die mit intensiver Farbgebung und harten Konturen aufeinander stoßen.

Als Kelly Ellsworth die Chatham-Serie schuf, war er als Künstler bereits gut etabliert. Die erste Ausstellung, bei der er seine neuen Werke vorstellte, fand ein Jahr nach Fertigstellung 1972 in der Albright-Knox Gallery in Buffalo statt. Am Ende der Ausstellung waren alle Werke verkauft und gingen ihren eigenen Weg.

Anlässlich des 90. Geburtstages von Ellsworth Kelly hat das Museum of Modern Art nun alle 14 Originale der Chatham-Serie wieder zusammengetragen, und diese können die nächsten Monate, bis zum 8. September 2013, in den Räumen des MoMA besichtigt werden.

Ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk für einen Künstler. Ich könnte mir kein Besseres vorstellen!

Happy Birthday!!! …MiME

Claes Oldenburg: Jede Generation macht ihr Ding

„Claes Oldenburg macht den Alltag zur Kunst“ (Die Welt), „Last surviving giants of Pop Art“ (New York Times), „Großpapa der Pop-Art“ (Zeit online), „Pop Patriarch“ (New York Times), „Ikonen der Pop Art“ (Focus online), „Junk-Art Genius“ (New Republic)… Mit so großen Worten titeln heutzutage die Medien über Claes Oldenburg und seine Kunstwerke.

Doch das war nicht immer so. Claes Oldenburg hatte es viele Jahre schwer. Kunstkritiker verrissen seine Arbeiten. Der schärfste Journalist unter ihnen war John Canaday, der ab 1959 fünfzehn Jahre der Kunstkritiker Nummer Eins der New York Times war. „Gag Man Returns With A Few Bathroom Jokes“ schrieb er abfällig über Claes Oldenburg und konnte dem neu aufkeimenden Kunststil der Pop Art einfach nichts künstlerisches abgewinnen.

Banale Alltagsgegenstände hatten es Claes Oldenburg angetan. Er fertigte Skulpturen aus Pappe, Zeitungen oder Leinensäcken an. Seine Werke waren ein Blick auf die damalige Nachbarschaft der Lower East Side, wo Müll und Abfall die Straßen säumten. Oldenburg schnitt, riss und knüllte die Materialen, um ein Panorama der zeitgenössichen Stadt zu kreieren. Somit erweckt er heute die Erinnerung an das geschäftige Treiben und Leben 1960 in Downtown New York. 

Im Dezember 1961 mietete Oldenburg eine kleine Ladenfront auf der East Second Street in New York an und stellte dort seine Arbeiten aus. Das war in der damalige Zeit ein ungewöhnlicher Schritt für einen Künstler und ein Ausbruch aus den Konventionen. Die Ideen für die neuen Kunstwerke in seinem Laden zog Claes Oldenburg aus den Kleidergeschäften, Kiosken („Delis“) und Nippesläden, die damals auf der Lower East Side florierten. Er nahm Kaninchendraht und überzog ihn mit in Gips aufgesogenen Leinen und formte so seine Kunstwerke. Dann kam Emaillelack direkt aus der Dose zum Einsatz, um seinen Skulpturen am Schluss eine leuchtende Farbe zu geben. Die Arbeiten sahen plump, unordentlich, grell und manchmal auch dreist aus.

Oldenburg zeigte in seinem kleinen, engen Laden mehr als 100 Objekte. Darunter waren bereits ausgestellte Kunstwerke, aber auch neue Wandreliefs und freistehende Objekte. Alle Kunstwerke im „The Store“ waren obendrein auch zum Verkauf. In den darauffolgenden Jahren kreierte Oldenburg immer wieder neue Versionen von „The Store“.

Nun widmet das „Museum of Modern Art“ (MoMA) dem 84 jährigen in seiner Stadt New York eine eigene Sonderausstellung. Insgesamt über 150 Exponate führen die Besucher zurück zu diesen Anfängen in den 60er und 70er Jahren. Eine Menge Skulpturen und Zeichnungen von damals wurden zusammengetragen, um die Komplexität seiner Vision und seinen Erfindergeist zu zeigen.

Zu den vielen Objekten in der Ausstellung gehören auch der über zwei Meter im Durchmesser große Hamburger auf dem Boden „Floor Burger“ (1962) und die fast vier Meter lange Eiswaffel „Floor Cone“ (1962). Seiten aus Claes Oldenburgs Notizbüchern und Poster aus der damaligen Zeit runden das Bild ab.

In der zweiten Hälfte der 60er Jahre startete Claes Oldenburg mit der Umsetzung seiner Idee vom „Mouse Museum“. Oldenburg sammelte gerne alle möglichen Dinge. Er stellte diese auf Regalen in seinem Loft in der 14th Street unter dem Titel „museum of popular art, n.y.c.“ aus. Daraus entstand das „Mouse Museum“.

Das „Mouse Museum“ ist ein schwarzer, unförmiger Bau ohne Fenster, der von den oberen Stockwerken des MoMA aus betrachtet wie der Kopf einer Mickey Mouse wirkt. Der begehbare Maus-Kontainer ist angefüllt mit einer Auswahl an Dingen und Objekten, die sich auf den Regalen Claes Oldenburgs angesammelt hatten sowie mit verschiedenen Prototypen und Versuchen aus Oldenburgs damaligen Atelier.

Heute lebt und arbeitet Claes Oldenburg in seinem großzügigen Atelier in SoHo. Es ist ein klassiches Loft und unheimlich aufgeräumt. Oldenburg ist weltweit bekannt und gehört neben Andy Warhol und Roy Lichtenstein eindeutig zu den bedeutendsten Vertretern der amerikanischen Pop Art.

Bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung im MoMA fragte einer der Journalisten Claes Oldenburg, was er denn von heutigen Künstlern, sozusagen seinen Kindern wie Jeff Koons und deren Kunst, halte: „It goes on,“ antwortete der Gentleman Claes Oldenburg freundlich und zufrieden, „each generation puts together something.“ Jede Generation macht eben ihr Ding!

Wer sich also für Pop Art interessiert, sollte auf jeden Fall einen Stop im MoMA New York einlegen www.moma.org. Die Ausstellung von Claes Oldenburg geht noch bis zum 5. August 2013 und ist wirklich einen Besuch wert! Mehr Infos über den Künstler, vor allem zu seinen jüngeren Projekten, findet ihr unter www.oldenburgvanbruggen.com

You´ll love it! …MiME